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Professor Witt, was begeistert Sie an der Mathematik?

"Was mich bereits als Student begeistert hat, sind die große Vielfalt und die Anwendungsmöglichkeiten der Mathematik. Angefangen von den logischen Grundlagen mit ihren Verzweigungen in die Philosophie und Informatik bis hin zur Portfolio-Optimierung in der Finanzwissenschaft ist die Mathematik Grundlage und Werkzeug für ein breites Spektrum an Fächern.

Mein Arbeitsgebiet, die Geometrie, entsprang aus ganz praktischen Fragestellungen wie der Landvermessung und Astronomie. Selbst Gauß kam durch seine Tätigkeit als Sternwartendirektor in Göttingen und Landvermesser des Königreichs Hannover zur Geometrie! Auch heute noch ergeben sich wichtige Impulse und Entwicklungen aus den Anwendungen, wie Einsteins allgemeine Relativitätstheorie, oder der Hochenergie- und Elementarteilchenphysik.Im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekte beschäftige ich mich mit Higgs-Bündeln, dessen Namensvetter das 2013 im CERN entdeckte Higgs-Boson ist.

Andererseits hat auch die Geometrie viel zur Weiterentwicklung in der Algebra, Analysis und Topologie beigetragen, und ganz unerwartete Anwendungen hervorgebracht. Kryptographische Methoden, die auf der Geometrie sogenannter elliptischer Kurven basieren, sind in unserer modernen Kommunikationswelt nicht mehr wegzudenken. Vor allem jedoch die Verschmelzung physikalischer Ideen mit der fast gesamten Breite der Mathematik stellt für mich einen besonderen Reiz der Geometrie dar. Ich hoffe, diese Faszination und Begeisterung für die Geometrie zusammen mit meinen Kollegen Michael Eisermann und Uwe Semmelmann vom Institut für Geometrie und Topologie den Stuttgarter Studenten vermitteln zu können."

 

Prof. Dr. Frederik Witt Prof. Dr. Frederik Witt
Lehrstuhl für Differentialgeometrie
am Institut für Geometrie und Topologie