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Frau Wiebe, wie sind Sie als Mathematikerin dazu gekommen Informatik zu studieren?

Indirekt über mein Mathematikstudium. Zum Ende meiner Schulzeit war mir klar, dass ich gerne Mathe studieren will, Informatik fand ich aber auch spannend. Ich zweifelte aber, ob ich die nötigen Grundkenntnisse mitbringen würde. Also wählte ich Mathematik als Hauptfach mit Nebenfach Informatik. So konnte ich in beide Fächer reinschnuppern und habe gemerkt, dass Informatik-Kenntnisse in der angewandten Mathematik nur von Vorteil sind. Also habe ich nach zwei Jahren beschlossen, ein Parallelstudium in Informatik anzufangen.

Und wie viel hat sich mit dem Mathematikstudium überschnitten?

Überraschend wenig. Natürlich lernt man im Informatik-Studium Mathematik-Grundlagen und andersrum. Dann hört es aber schnell auf. Beide Studiengänge sind vom Wesen her sehr unterschiedlich. In der Informatik kann es passieren, dass man im selben Semester Mikroprozessoren programmiert und etwas über die visuelle Wahrnehmung des Menschen lernt. Das hat herzlich wenig miteinander zu tun! Man hat also ein sehr breites wissenschaftliches Feld. Im  Mathematikstudium bauen ganz im Gegensatz dazu viele Vorlesungen aufeinander auf. Das kann einem einerseits zum Verhängnis werden, wenn die Grundlagen nicht sitzen, kann andererseits aber auch die gründliche Arbeit und den Fleiß belohnen, den man in den ersten Semestern investiert hat.

Nach Ihrem Studium haben Sie mit der Promotion angefangen. Dazu noch ein paar Worte?

Zur Zeit beschäftige ich mich mit der numerischen Behandlung von Phasenübergängen. Im vergangenen Jahr haben wir den Algorithmus eines ehemaligen Mitarbeiters auf mehrere Raumdimensionen und auf den Systemfall erweitert und implementiert, da hat sich schon das Informatikstudium für mich ausgezahlt. Das besondere an diesem Algorithmus ist, dass der dabei berechnete Phasenübergang "scharf" ist, also nicht über die Zeit ausgeschmiert wird, was ja normalerweise in der Natur von numerischen Berechnungen liegt. Jetzt bin ich seit Anfang November wieder zurück aus meiner Elternzeit und möchte gerne das zugrunde liegende Modell in Angriff nehmen.

Maria Wiebe M.Sc. Maria Wiebe M.Sc.
Institut für Angewandte Analysis und numerische Simulation
Lehrstuhl für Angewandte Mathematik