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Herr Professor Höllig, welche Rolle kann Mathematik-Online für die Mathematik-Ausbildung spielen ?

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Dozenten und Assistenten können für die Vorbereitung von Übungen eine mehr als 3000 Aufgaben umfassende internet-basierte Sammlung nutzen. In Verbindung mit einer Foliensammlung für Beamer-Präsentationen wird der Vorbereitungsaufwand für Grundvorlesungen erheblich reduziert. Studierenden steht mit Mathematik-Online umfangreiches Übungsmaterial zur Verfügung, insbesondere auch ein Online-Lexikon, in dem mathematische Lehrsätze und Techniken beschrieben und anhand von Beispielen detailliert erläutert werden.

 Es gibt bereits viele Aufgabensammlungen in Buchform - welche Vorteile bietet das Internet ?

Die von Jörg Hörner für Mathematik-Online realisierten Interaktionsmöglichkeiten: Studierende können Ergebnisse online überprüfen, erhalten Lösungshinweise und können sich für Klausuren mit automatisch bewerteten Tests vorbereiten. Erläuterungen des Online-Lexikons sind verlinkt und erleichtern so die Bearbeitung von Aufgaben. Darüber hinaus lassen sich auf die Stoffauswahl von Dozenten abgestimmte Vorlesungsskripte weitgehend automatisch generieren.

Wann haben Sie sich erstmals für Internetprojekte interessiert ?

Bereits 1996. Mit allen Lehrstühlen der Mathematik haben wir damals mit dem Aufbau einer HM-Datenbank begonnen, die die Konzipierung von Gruppen- und Vortragsübungen für die Höhere Mathematik wesentlich erleichtert hat. 2001 gründeten Wolfgang Kimmerle, Ulrike Nebe (Universität Ulm) und ich gemeinsam Mathematik-Online, ein Projekt, das vom Land Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart gefördert wurde. Teamarbeit war essentiell. Nur durch die Beteiligung vieler Dozenten, Assistenten und Kooperationspartner war es uns möglich, schon in relativ kurzer Zeit ein umfassendes Angebot zu erstellen, das bundesweit genutzt wird.

Wie können Studierende zur Weiterentwicklung von Mathematik-Online beitragen ?

Wie bei einem Buch sind Korrekturen willkommen. Ergänzungsvorschläge und Beiträge von Studierenden sind ebenfalls möglich. Der Vorteil des Internets: Jede Anregung kann unmittelbar umgesetzt werden, und neue Beiträge werden laufend in das Angebot von Mathematik-Online integriert. Interessant sind auch Computer-Praktika zur automatischen Generierung von Aufgabenvarianten oder zur Illustration mathematischer Lehrsätze mit kleinen Videosequenzen. Einige entsprechende Beispiele existieren bereits.

Haben Sie eine Lieblingsaufgabe ?

Definitiv: Die Bestimmung der Nahtlänge eines Fußballs.Schauen Sie in Mathematik-Online unter Knobelaufgaben oder lesen Sie eine detaillierte Beschreibung der Lösung in dem letztes Jahr erschienenen Springer-Lehrbuch "Aufgaben und Lösungen zur Höheren Mathematik".

An welchen Internetprojekten arbeiten Sie aktuell und was planen Sie für die Zukunft ?

Mathematik-Online hat nach wie vor Priorität. Gemeinsam mit allen Beteiligten gibt es noch viel zu tun, wenn der Stuttgarter Fachbereich Mathematik bei der Nutzung neuer Medien für die Lehre eine führende Rolle einnehmen möchte. Daneben möchte ich mich dem Ausbau des Internet-Begleitmaterials zu den SIAM-Büchern "Finite Element Methods with B-Splines" und "Approximation and Modeling with B-Splines" widmen; vielleicht auch einer Fortsetzung des MathWorks-Projekts "Teaching Calculus with MATLAB". Dies scheint etwas zuviel - aber im Ruhestand hat man auch mehr Zeit für seine bevorzugten Projekte.

Vielen Dank für das Interview.

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Prof. Dr. Klaus Höllig (i.R.)

Institut für Mathematische Methoden
in den Ingenieurwissenschaften,
Numerik und geometrische Modellierung